4. Die Neubelebung der Pferdezucht in Mecklenburg - Vorpommern durch die Wiedervereinigung Deutschlands

Die isolierte Denkweise und die staatliche Verurteilung zur autarkischen Denk- und Handlungsweise in der Pferdezucht in der DDR wurden mit der Öffnung der Grenze zur BRD, der Währungsunion und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten hinfällig.

In der Industrie und Landwirtschaft vollzogen sich schwerwiegende Veränderungen, besonders hervorgerufen durch die Reprivatisierung in allen Bereichen. In der Landwirtschaft wurden alle VEG in treuhänderische Verwaltung gegeben. Die LPG mußten sich laut Einigungsvertrag in andere Wirtschaftsformen umwandeln oder in Liquidation gehen. Dadurch wurde die private Bauernwirtschaft wieder ermöglicht. Wiedereinrichter oder Nachfolgebetriebe der LPG übernahmen einen großen Teil der landwirtschaftlichen Flächen. Großzügige Fördermittel vom Land, vom Bund und von der Europäischen Union unterstützen diesen bis heute andauernden Prozeß.
In den landwirtschaftlichen Betrieben, die um ihre Existenz oder um ihre Neuentstehung kämpfen müssen oder sich in Auflösung befinden, sind häufig keine Mittel für die Pferdezucht und -haltung vorhanden. So wurden und werden immer noch Pferde in andere Regionen Deutschlands und ins Ausland verkauft. Auch ehemaligen LPG- Vorsitzenden und VEG- Direktoren ist es zu verdanken, daß der überwiegende Teil des wertvollen Stutenmaterials in Mecklenburg - Vorpommern geblieben ist. Sie ermöglichten den kostengünstigen Kauf der Pferde durch interessierte private Pferdeliebhaber aus unserem Land, als auch die Bereitstellung von Stallungen der ehemaligen LPG und VEG. Trotzdem wurden in der "Umbruchszeit" viele Pferde in andere Zuchtgebiete und Länder verkauft, meistens als "billige" Reitpferde. Ende 1990 wurden 18095 Pferde in Mecklenburg - Vorpommern gehalten. Dies sind 3768 weniger (17%) als 1989 (Tab. 5).

Tabelle 5: Entwicklung des Pferdebestandes in Mecklenburg- Vorpommern seit 1989:

Jahr

1989

1990

1992

1994

Pferdebestand

21863

18095

15545

16017

Doch wie schon nach dem Krieg zögerten die Pferdezüchter auch nach der Öffnung der Grenze nicht lange und aktivierten die Pferdezucht unter den neuen Bedingungen. Am 29.5.1990 gründete sich der Landesverband Mecklenburg- Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren. Am 8.9. des selben Jahres erfolgte die Neugründung des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg- Vorpommern e.V. Bei Verbandsgründung konnten 1600 Züchter mit 3000 Zuchtstuten registriert werden (1,9 Zuchtstuten je Züchter).

Tabelle 6: Entwicklung der Mitgliederzahlen des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg- Vorpommern e.V. und des Stutenbestandes in Mecklenburg- Vorpommern seit 1990

Jahr

Mitglieder

Stuten insg.

dar. Meckl. Warmbl.

Stuten/Mitglied

1990

1600

3000

 

1,9

1991

1628

3262

1860

2,0

1992

1844

3297

2162

1,8

1993

2103

4171

2487

1,9

1994

2424

4047

2487

1,7

Diese Entwicklung verdeutlicht die große Tradition der Pferdezüchter in Mecklenburg- Vorpommern, die nach den Jahren des staatlichen Pferdezuchtmonopols die traditionelle private und z.T. bäuerliche Pferdezucht wieder belebten. Die Züchter organisierten sich in den Zuchtvereinen des Landes und treffen sich jährlich auf einer Delegiertenversammlung, die rassenparitätisch zusammengesetzt ist und mit ihren Kommissionen die Interessen der Züchter vertritt.

Der Verband der Pferdezüchter e.V. bietet seinen Mitgliedern umfangreiche Leistungen (ZUCHTREPORT 1991):

  • Zuchtbuchführung,
  • Anerkennung von Zuchtpferden aller Rassen und Registrierung der Nachzucht,
  • Organisation von Schau-, Werbe- und Absatzveranstaltungen im Interesse der Absatzwerbung,
  • Durchführung von Eigenleistungsprüfungen als Stations- bzw. Feldprüfung für Hengste und Stuten,
  • Züchterberatung zu Fragen der Anpaarung, Selektion, Zucht, Haltung, Ausbildung, Fütterung und Nachwuchsförderung sowie
  • die Herausgabe des Verbandsmagazins "Das Mecklenburger Pferd" als Hauptinformationsquelle.

Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich in Güstrow. Im August 1990 wurde die erste Ausgabe des Fachmagazins "Das Mecklenburger Pferd" herausgegeben.
Am 5.12.1990 erfolgte die Wiedervereinigung der deutschen Reiterei und Pferdezucht in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (Federation Equestre Nationale- FN).
Bereits im Februar 1991 erfolgte die erste Anerkennung für Mecklenburger Warmbluthengste nach der Wiedervereinigung. Die Redefiner Landbeschäler wurden von einem stark reduziertem, aber engagiertem Team und dem Gestütsleiter Dr. Ingo Nörenberg zum größten Teil über die Jahre der Ungewißheit nach der Wiedervereinigung gebracht, bis am 1.10.1993 das Landgestüt Redefin vom Land schuldenfrei übernommen wurde. Die Aufgaben des Landgestüts Redefin bestehen in (WEGO 1993):

  • der Hengsthaltung für die Pferdezüchter,
  • der tierzuchtrechtlich vorgeschriebenen jährlichen Hengstleistungsprüfung im 100- Tagetest,
  • dem Betreiben einer Landesreit- und -fahrschule,
  • der Durchführung der jährlichen Hengstparaden,
  • der Erhaltung des Kulturgutes Gestütsanlage Redefin für kommende Generationen und
  • der Nutzung der Gebäude und Pferde des Landgestütes für touristische Zwecke in einer strukturschwachen Gegend.

1991 hatte Redefin noch 75 Hengste, darunter 44 Warmblüter. In diesem Jahr war "Admiral" von Adriano gefragtester Beschäler unter den Redefiner Hengsten. Von ihm kamen 1992 32 Fohlen zur Eintragung.
Es konnten auch wertvolle Hengste aus anderen Zuchtgebieten zugekauft werden.
Leider wurden die Kaltbluthengste nicht mit übernommen, so daß die Zucht dieser Pferderasse nur durch die Passion der Züchter erhalten werden konnte. Erst für die Decksaison 1995 wurden vom Landgestüt wieder zwei Kaltbluthengste eingestellt. Eine weitere Aufgabe des Landgestütes wird damit die Erhaltung der in ihrer Existenz gefährdeten Mecklenburger Kaltblutzucht.

Tabelle 7: Entwicklung des Hengstbestandes in Mecklenburg- Vorpommern seit 1991, Privatbeschäler (PB) und Landbeschäler (LB)

Jahr

Im Hengstbuch I zur jeweiligen Deckperiode registrierte Hengste

PB

LB

dar. Warmbl.-Hengste
insg.

PB

LB

1991

148

75

73

50

6

44

1992

173

104

69

68

25

43

1993

210

147

63

86

45

41

1994

193

131

62

73

32

41

Viele Züchter haben begonnen, privat Zuchthengste zu halten. Im Jahr 1991 gab es bereits 75 Privatbeschäler. Ihre Anzahl war in jenem Jahr bereits höher, als die der Landbeschäler. In der Deckperiode 1992 waren 104 Zuchthengsten (davon 25 Warmblüter) als Privatbeschäler im Hengstbuch eingetragen und 69 Landbeschäler (davon 43 Warmblüter) (siehe Tab. 7).
Insgesamt deckten in der Decksaison 1992 173 Hengste folgender Rassen:

  • 68 Warmblüter
  • 12 Vollblüter
  • 8 Kaltblüter
  • 10 Araber (davon 3 zugelassen für Mecklenburger und DR)
  • 1 Friese
  • 12 Haflinger
  • 2 Fjordpferde
  • 2 Welsh- Pony
  • 27 Shetland- Pony
  • 28 Deutsches Reitpony
  • 3 Islandpferde

Diese Aufzählung verdeutlicht die Zunahme der Rassenvielfalt im Zuchtgebiet. Auch die Westernpferde konnten sich 1992 etablieren.
Der Stutenbestand betrug 1992 3297 eingetragene Zuchtstuten, welche von 1844 Züchtern gehalten wurden. Davon gehörten 2162 Stuten der Rasse Mecklenburger Warmblut an. Damit war der Verlust nicht so hoch, wie erwartet wurde. Es wurden 705 Stuten zu Stutbuchaufnahmen vorgestellt. Am 25.5.1992 fand die 1. Zentrale Elitestutenschau in Rostock statt, zu der sich die teilnehmenden Stuten auf den regionalen Eintragungen qualifiziert hatten. 254 Stuten absolvierten 1992 die Stutenleistungsprüfung in einer Feld- oder Stationsprüfung. 94,7% aller beim Verband registrierten Stuten wurden zur Bedeckung geführt (ZUCHTREPORT 1992).
Am 22.8.1992 fand das 1. Mecklenburger Fohlenchampionat in Güstrow/ Mühlengeez statt, zu dem alle prämierten Fohlen startberechtigt waren. Insgesamt waren 1450 Fohlen zu den regionalen Eintragungen vorgestellt worden, von denen 428 prämiert wurden (29,5%).
Ende 1992 wurde ein Gesamtpferdebestand von 15545 Pferden gehalten (Tab. 5).
1993 kamen nur noch 85% der eingetragenen Stuten zur Bedeckung. Dies war wohl die Reaktion auf den leicht rückläufigen Fohlenabsatz in den vorangegangenen Jahren. Im Jahr 1993 wurden aber noch 1603 Fohlen zu regionalen Fohlenschauen vorgestellt. Davon erhielten 414 Fohlen eine Prämie und qualifizierten sich so zum 2. Mecklenburger Fohlenchampionat.
1993 absolvierten 227 Stuten die Eigenleistungsprüfung. Dieser Rückgang zum Vorjahr ist sicher darauf zurückzuführen, daß immer weniger Stuten älteren Jahrgangs geprüft werden und die Tendenz dahingehend ist, die Stuten drei- und vierjährig zur Eigenleistungsprüfung vorzustellen.
In dieser Deckperiode waren insgesamt 210 Hengste im Hengstbuch registriert, darunter 86 Warmblüter. 147 Hengste waren Privatbeschäler (darunter 45 Warmblüter) und 63 Hengste gehörten dem Landgestüt Redefin (darunter 41 Warmblüter) (ZR 93). Nun ist auch die Zahl der privaten Warmbluthengste höher als die der Warmblut-Landbeschäler. Insgesamt ist die Zahl der Hengst im Verhältnis zu den eingetragenen Stuten recht hoch. Bei 4171 eingetragene Stuten 1993, von denen jedoch nur 85% (3545 Stuten) gedeckt wurden, kommen so auf jeden Hengst durchschnittlich ca. 17 Stuten zur Bedeckung. Die Konkurrenz ist hoch und die Hengsthalter müssen ihre Hengste gut vermarkten. Dazu gehört vor allem, daß die Hengste ihre Eigenleistung auch im Tuniersport unter Beweis stellen. Hengste, denen viele Stuten zur Bedeckung zugeführt werden, haben auf Grund ihrer großen Nachzucht bessere Möglichkeiten, ihre Vererberqualitäten zu beweisen. Nicht nur die privaten Hengsthalter, sondern auch das Landgestüt Redefin bemühen sich deshalb, ihre Hengste auch im Sport einzusetzen.
Eine Besonderheit des Zuchtgebietes Mecklenburg- Vorpommern ist es, daß sich die Pferdezucht nicht überwiegend in bäuerlicher Hand befindet, wie das in anderen Zuchtgebieten der Fall ist. Dies hat seine Ursache auch in der Umstrukturierung der Landwirtschaft nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Der größte Teil der Zuchtstuten befindet sich in der Hand von Hobbyzüchtern oder Reiterhöfen. Auf jeden Züchter kommt so eine relativ geringe Stutenzahl. So wählen diese Züchter mit besonders viel Passion und Ehrgeiz die Hengste für ihre Stuten aus.
Um den Zuchtfortschritt zu beschleunigen und schnell wieder Anschluß an die internationale Pferdezucht zu erlangen werden auch Hengste aus bewährten Leistungslinien anderer Zuchtgebieten für Mecklenburg anerkannt und für eine begrenzte Zahl Stuten zugelassen, wenn sie den hochgestellten Bedingungen des Verbandes gerecht werden. So werden nur Hengste für die Zucht des Mecklenburger Warmbluts zugelassen, die ihre Hengstleistungsprüfung mit mindestens 120 Punkten abgeschlossen haben oder einen gesicherten analogen Zuchtwert nachweisen können.
Erster Hengst aus einem anderen Zuchtgebiet war nach der Wiedervereinigung der Oldenburger "Carprilli" von "Calypso I". Er wurde dem Landgestüt 1990 bis 1993 vom Hengsthalter Heinrich Klatte verpachtet und auf der Station Schönberg aufgestellt. Inzwischen hat er sich in Mecklenburg durch seine Nachkommen einen Namen gemacht.
Ihm folgten viele weitere Hengste aus anderen Zuchtgebieten, die zugekauft oder gepachtet wurden. Um die Identität der mecklenburgischen Genealogie zu sichern, wird in Zukunft kein Pferd mit dem mecklenburger Brandzeichen gebrannt werden, das über keinerlei Blutanteile des Mecklenburgers verfügt. Trotzdem liegt es in der Verantwortung der Züchter, bewährte und solide Stutenstämme und Hengstlinien Mecklenburg- Vorpommerns zu erhalten, denn sie bilden die Grundlage einer Leistungszucht.
Auch Mecklenburger Warmbluthengste werden nur für die Zucht zugelassen, wenn sie die Eigenleistungsprüfung mit mindestens 100 Punkten absolviert haben.
Im Jahr 1994 ist nicht nur eine Abnahme des Gesamtpferdebestandes in Mecklenburg- Vorpommern zu verzeichnen (Tabelle 5). Dies ist insbesondere auf einen Rückgang in der Kategorie Großpferde zurückzuführen, der durch die Auflösung der Bestände in liquidierten bzw. umstrukturierten LPG und VEG hervorgerufen wird. Weiterhin wurden auf Grund der schlechten Absatzlage insbesondere bei Großpferden und der gestiegenen Pferdehaltungskosten größere Pferdebestände stärker reduziert (ZUCHTREPORT 1994).
Auch in der Hengsthaltung ist ein Rückgang zu verzeichnen (Tabellen 7). Hier greifen jetzt sicher marktwirtschaftliche Aspekte und treffen eine Auslese unter den Beschälern, denn der Hengstbestand ist, wie schon erwähnt, in Mecklenburg- Vorpommern sehr hoch.
Erfolgreichster Beschäler war im Vorjahr der Landbeschäler "Juventus" von "Juon II". Von ihm wurden 1994 48 Fohlen vorgestellt. Unter den Veredlerhengsten waren der Englische Vollblüter "Matador xx" von "Gidron xx" mit 32 Fohlen und der Trakehnerhengst "Trafaret" von "Topol ox" mit 23 Fohlen die begehrtesten Hengste.
Eine Auswertung des Hengstverteilungsplanes 1995 und der Kataloge der Deckstationen ergab folgendes: Für die Decksaison 1995 stehen insgesamt 230 Hengste zur Verfügung, davon sind 165 Privatbeschäler (darunter 50 Warmblüter) und 65 Landbeschäler (darunter 45 Warmblüter). Von den insgesamt 95 Warmbluthengsten sind nur noch 42 Mecklenburger, desweiteren 14 Oldenburger, 9 Hannoveraner, 11 Holsteiner, 4 Westfahlen, 2 Franzosen, 1 Niederländer und 12 Trakehner. Außerdem stehen für die Warmblutzucht noch 11 Englische Vollblüter und 2 Araber zur Verfügung. Allerdings sind im Hengstverteilungsplan nicht alle Hengste, die für Mecklenburg anerkannt sind, aufgeführt.
Unter den Mecklenburger Warmbluthengsten sind folgende Linien am stärksten vertreten:

Tabelle 8: Bedeutendste Mecklenburger Hengstlinien 1995

Linie

Anzahl der Hengste

% Mecklenburger Warmbluthengste

% der Warmbluthengste insgesamt

Abglanz (Trak.)

8

19,0

8,4

Detektiv

6

14,3

6,3

Modus xx

5

11,9

5,3

King

4

9,5

4,2

Julius Caesar xx

3

7,1

3,2

Besonders interessant ist, daß die Nebenlinie des "King" von "Kingdom xx" bis in die heutige Zeit im Zuchtgebiet Mecklenburg- Vorpommern erhalten geblieben ist. Diese Hengstlinie war in Hannover eine Hauptlinie, ist dort aber erloschen, da die Pferde nicht dem gewünschten Reitpferdemodell entsprachen. Auch in Mecklenburg- Vorpommern drohte diese Linie Anfang der 70-er Jahre zu erlöschen. 1971 wurde der Hengst "Komet" auf einer Sonderkörung in Neustadt/ Dosse gekört. Er wurde 1959 geboren und war bis 1971 im Sport eingesetzt. Dieser Hengst wurde mit ausgewählten Stuten angepaart und brachte so 6 gekörte Söhne. In Mecklenburg- Vorpommern kamen seine Söhne "Kobold I" und "Kobold II" zum einsatz. "Kobold II" wurde jedoch wieder abgekört, hinterließ aber zahlreiche Sportpferde, die sich besonders im Springsport auszeichneten. Der Schimmelhengst "Kobold I" ist heute einer der ältesten Deckhengste im Zuchtgebiet. Er wurde 1974 geboren und deckte von 1977 bis 1982 in Trinwillershagen. Dort brachte er drei gekörte Söhne, darunter den Hengst "Kolibri", der dem Zuchtgebiet Brandenburg ( ehemals PZD Mitte ) zugeteilt wurde. Dies ist ein herber Verlust für die Pferdezucht in Mecklenburg- Vorpommern, denn dieser Hengst vererbt seine guten Springanlagen hervorragend und ist auch in anderen Zuchtgebieten bekannt als "Gotthard des Ostens". "Kobold I" deckt seit 1983 auf der Insel Rügen in Vorpommern und brachte neben zahlreichen guten Springpferden und Zuchtstuten hier aus einer Stute von "Blaubart" xx den Hengst "Kobar".
Zur Decksaison 1991 wurden vier Hengste aus der Linie des "Flingarth" vom Landgestüt Redefin aus der Zucht genommen. Sie waren wohl nicht die typischen Vertreter dieser Linie und ihre Vererbungsleistung war nicht ausreichend, um einen weiteren Einsatz in der Zucht zu rechtfertigen. Im selben Jahr wurde jedoch der in Neustadt/ Dosse 1984 geborene dunkelbraune Hengst "Wellenreiter" von Wellenspiel - Wendekreis in den Beschälerbestand aufgenommen. Um diese Hengstlinie in Mecklenburg- Verpommern zu sichern, nutzte das Landgestüt die neu gewonnene Freiheit und erwarb 1994 einen Vertreter dieser Hengstlinie aus dem Zuchtgebiet Hannover. Dieser Hengst, "Weltfriede" von "Weltmeyer" - "World- Cup I", muß jedoch noch seine Hengstleistungsprüfung mit sehr gutem Ergebnis bestehen, um für die Zucht des Mecklenburger Warmbluts zugelassen zu werden.
Die Möglichkeit, Hengste aus dem Zuchtgebiet Hannover für die Zucht des Mecklenburgers zu nutzen und auch umgekehrt, ist eine alte Tradition, die zu Zeiten der DDR unterbrochen worden war. Nun wird die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Zuchtgebieten neu belebt. Inzwischen wurden auch schon Mecklenburger Hengste für die Hannoveraner Warmblutzucht zugelassen.